Kreditversicherung
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Allgemeine Trends und Schadenentwicklung
Die Kreditversicherung wird 2026 von einem Thema dominiert: den Insolvenzen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat 2025 mit rund 23.900 Fällen den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren erreicht – das ist ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hohe Verschuldung, ein erschwerter Zugang zu frischem Kapital und strukturelle Kostenbelastungen durch Energiepreise und Regulierung wirken dabei zusammen.
Auch für 2026 ist keine Trendwende in Sicht: Für das Gesamtjahr 2026 werden rund 24.650 Unternehmensinsolvenzen erwartet und damit der höchste Stand seit über zehn Jahren. Besonders alarmierend ist dabei die Entwicklung bei den Großinsolvenzen: 2025 mussten 94 Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz Insolvenz anmelden. Für Lieferanten kann bereits ein einziger solcher Ausfall existenzbedrohend werden.
Bemerkenswert ist die Reaktion der Warenkreditversicherer: Trotz gestiegener Schadenzahlen haben sie ihre Deckungsbereitschaft nicht zurückgefahren. Der Umfang der bereitgestellten Deckungen erreichte zuletzt einen Höchststand. Die Prämien bleiben weitgehend stabil, der Markt ist durch intensiven Wettbewerb geprägt. Reagiert wird vor allem über häufigere Risikoprüfungen, selektivere Limitvergabe und intensiveres Monitoring.
Kaution:
wachsende Bedeutung
Die Kautionsversicherung etabliert sich zunehmend als Alternative zur Bankbürgschaft. Sie schont die Kreditlinie und verbessert die Liquidität. Ein wachsender Anbieterwettbewerb sorgt zudem für vielfältige Lösungen im Vergleich zu Avallinien der Hausbanken. Alle Kautionsversicherer verfügten über Digitale Avalstrecken. Damit ist die Urkunde innerhalb von 24 Stunden beim Begünstigten.
Factoring: bankenunabhängige Ergänzung
Neben der klassischen Forderungsabsicherung gewinnt Factoring als bankenunabhängiges Finanzierungsinstrument an Bedeutung. Der Unterschied ist wichtig: Während die Warenkreditversicherung Forderungen gegen Ausfall absichert, aber am Zahlungszeitpunkt nichts ändert, dient Factoring der sofortigen Vorfinanzierung. Das Unternehmen verkauft seine offenen Rechnungen und erhält unmittelbar Liquidität. Viele Anbieter kombinieren dabei Vorfinanzierung, Ausfallschutz und Forderungsmanagement in einer Kompaktlösung. Gerade für wachsende Unternehmen oder Betriebe mit angespannter Liquidität kann Factoring die Warenkreditversicherung sinnvoll ergänzen. Beide Instrumente schließen sich nicht aus, sondern lassen sich passgenau kombinieren.
Herausforderungen für Unternehmen
Das hohe Insolvenzniveau trifft Unternehmen an zwei Punkten: bei der Zahlungsmoral ihrer Kunden und bei der eigenen Liquidität. Zahlungsverzögerungen haben sich zu einem Dauerproblem entwickelt, und Forderungsausfälle können – gerade bei großen Abnehmern – schnell existenzbedrohend werden. Die ausfallbedrohten Forderungen je Insolvenzfall lagen 2025 im Durchschnitt bei mehr als zwei Millionen Euro.
Ein häufig unterschätztes Problem ist die Insolvenzanfechtung: Selbst bereits bezahlte Forderungen kann ein Insolvenzverwalter unter Umständen Jahre später zurückfordern, um sie der Insolvenzmasse zuzuführen. Hier gewinnt die Insolvenzanfechtungsversicherung als ein integraler Bestandteil der Warenkreditversicherung an Bedeutung.
Unsere Empfehlung
In einem Umfeld anhaltend hoher Insolvenzen ist die systematische Absicherung von Forderungen kein Kann, sondern ein Muss. Entscheidend ist, die verfügbaren Instrumente aktiv und vorausschauend anzuwenden.
Interesse geweckt?
Gerade weil die Deckungsbereitschaft der Versicherer derzeit hoch ist, sollten Unternehmen dieses Zeitfenster nutzen, um ihre Absicherung auf ein solides Fundament zu stellen.
WIR behalten für Sie den Überblick – über die Insolvenzentwicklung, die Zeichnungspolitik der Kreditversicherer und die passenden Instrumente zur Liquiditätssicherung. Und WIR sorgen dafür, dass Ihre Absicherung zu Ihrer individuellen Situation passt – heute und in Zukunft.
